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  • 07.06.2000

Interactive TV

Mit der zunehmenden Übertragungsqualität von bewegten Bildern entwickelt sich das Internet zur Konkurrenz des Fernsehens.

In Dänemark haben in den ersten Monaten dieses Jahres neun Prozent weniger Menschen das Fernsehen eingeschaltet als im Vorjahr. Bei den Sendern nimmt man das wahr und reagiert darauf. Interaktives TV soll Abhilfe schaffen. Allerdings gibt es unterschiedliche Vorstellungen darüber, was interaktives TV überhaupt ist. Einleitend wies Hubert Gertis von gertis media etwa darauf hin, dass das Zappen und der Teletext auch schon Formen der Interaktivität darstellten. Mancher interaktive Dienst für die Settop-Box weist dann auch über einen bebilderten Teletext nicht weiter hinaus. Da gibt es den Wetterbericht oder Sport und Nachrichten. Alles ist während des laufenden Programms abrufbar.

Auf Seiten der Sender und TV-Produzenten versucht man mit den eigenen Produktionen auch die Welt des Internet und der Computer zu erreichen. In den Niederlanden hat der Fernsehsender VPRO für Kinder im Alter zwischen acht und 14 ein Format entwickelt, das die Elemente Drama, Animation und Spiel miteinander kombiniert. Die Kinder können auf zwei Weisen bei den animierten Geschichten mitmachen. Zum einen finden sie im Spiel Wörter, die die von einem professionellen Autor geschriebene Geschichte in die eine oder andere Richtung vorantreiben. Zum anderen werden von den Kindern eingesandte gemalte Bilder zur Grundlage der Animation. Im Internet heißt das Spiel "Typobox" und ist wöchentlich von 150 Spielern gleichzeitig spielbar. "TypoTV" im Fernsehen wird sonntäglich gesendet. Frank Alsema, Produzent von VPRO, berichtete über hohe Einschaltquoten der Sendung.

Einen anderen Ansatz für die Entwicklung von interaktivem TV hat in Dänemark die private Produktionsfirma Norddisk gewählt. Die Firma hat ein Format entwickelt, das gleichzeitig in den verschiedenen Medien funktioniert. Man wollte das Format im hergebrachten Fernsehen ebenso platzieren wie im Internet, per Settop-Box und auf CD-ROM. In "Pinpoint", einer Quiz-Show, sind die Antworten auf die Fragen immer auf der Landkarte zu finden. Man muss etwa zunächst wissen, in welchem Film der Song "As tears go by" vorkommt. Die Antwort "Casablanca" aber muss man auf der Landkarte möglichst genau verorten. Dies geschieht per Kreis, der in seinem Radius variierbar ist. Je kleiner der Kreis, das heißt je genauer die Verortung, desto mehr Punkte. Der Zuschauer im Internet oder mit Settop-Box kann nun gegen die Kanditaten der Quizz-Show spielen. "Damit haben wir völliges Neuland betreten", sagte Carl Williams von Nordisk Film & TV. Nach seinen Worten hatte Nordisk keine Vorstellung von Entwicklungszeit und -kosten. Die Kommunikation von Entwicklern aus TV, Film und PC-Welt sei deshalb notwendig gewesen. Doch man habe ein originales neues Format gewollt und nicht die Wiederauflage von Altbekanntem. Hubert Gertis erinnerte noch einmal daran, dass das veränderte Medium eine veränderte Kommunikation nach sich zieht. Betrachtet man die vorgestellten Formate, wird deutlich, dass die Entwicklung noch ganz am Anfang steht. Das herkömmliche Fernsehen ist in all den neuen Formaten nämlich nach wie vor deutlich erkennbar.

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