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  • 29.08.2001

Novelle des Urheberrechts soll Filmwirtschaft schaden

Bertelsmann-Chef kritisiert Bundesregierung

Potsdam (pte, 28. August 01/17:51) - Im Rahmen der Internationalen Konferenz für Film- und Fernsehproduzenten "Babelsberg 2001" http://www.babelsberg2001.de hat Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff die geplante Novelle des Urheberrechts durch die Bundesregierung kritisiert. http://www.bertelsmann.com

Die von der Reform gewollte Stärkung der Urheber gehe im Bereich der Film- und Fernsehproduktion vollständig zu Lasten des Produzenten. Den Produzenten werde ein nicht kalkulierbares Risiko aufgebürdet. "Die vorgeschlagene Urheberrechtsnovelle schwächt somit den Filmbereich empfindlich", sagte Middelhoff vor Kollegen aus der Branche.

Vertreter der Film- und Fernsehproduzenten haben hingegen auf der Babelsberg 2001 Änderungen im Verhältnis von TV-Sendern und Produzenten gefordert. "Gerade unabhängige Produzenten brauchen in Deutschland neue Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, auch in Zeiten wie der gegenwärtig schwierigen Marktlage weiter unabhängig zu bleiben", sagte Friedrich-Carl Wachs, Vorstand der Producers' AG, ein Verbund konzernunabhängiger Produktionsunternehmen.

Die These vom Aussterben unabhängiger Film- und TV-Produzenten durch die Übermacht der Medienkonzerne teile er nicht, sagte Middelhoff dazu. Aufträge gingen an denjenigen Produzenten mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Bertelsmann gehört die RTL Group, Europas größte Radio- und TV-Holding.

Auf die weiterschreitende Digitalisierung des Medienmarktes kam Middelhoff ebenfalls zu sprechen. Anders als in anderen Branchen seien Medienprodukte vollständig digitalisierbar. Deshalb - trotz der gegenwärtigen Flaute - liege in der New Economy unverändert großes Potenzial. Die Entwicklung zum "multioptionalen Kunden" fordere, Produkte auf allen Kanälen zur Verfügung zu stellen - ob Bücher, Musik oder Filme. In Zukunft werde der Kunde auf "Digital Lockers" Zugriff haben.

Middelhoff setzt ebenfalls auf MHP (Multimedia Home Platform), der geplante europäische Standard für digitales Fernsehen. Für die Endgeräte müsse nur der entsprechende Content entwickelt werden. Außerdem werde der digitale Markt nur in einer Partnerschaft zwischen Kabelnetzbetreibern und Inhalteanbietern aufgebaut werden können

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