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  • 16.11.2000

Europaeische Ehrung fuer Moritz de Hadeln

Berlin (ots) - Im Rahmen des 5. Forums des Europäischen Films in Straßburg wurde Moritz de Hadeln eine bewegende Ehrung zuteil. Die Überreichung des Preises, der das europäische Kino versinnbildlicht, nahm die Straßburger Oberbürgermeisterin Catherine Trautmann, die bis vor kurzem auch französische Kulturministerin war, vor.

Frankreich hat gegenwärtig den Vorsitz in der Europäischen Union. In seiner Würdigung schreibt Pierre-Henri Deleau, der Leiter des Straßburger Forums: "Wir ziehen vor ihm den Hut, nicht nur als einem großen Filmfestivaldirektor, sondern vor allem für sein Wirken bei der Entdeckung und Bekanntmachung von Filmen, die ohne ihn vielleicht niemals die Grenzen ihres Landes überschritten hätten. Gerade heute, wo so viel über die Zirkulation der Filme gesprochen wird, sollte daran erinnert werden, dass Moritz de Hadeln zu denen gehört, die am meisten in diesem Sinne gewirkt haben." Und zum Schluss: "Er ist ein Europäer, dem es gelungen ist, durch den Film besondere Sichtweisen auf die Welt zu vermitteln."

Der feierlichen Ehrung in der Staatlichen Rheinoper in Straßburg wohnten u.a. Viviane Reding, die Europäische Kommissarin für Bildung, Kultur und audiovisuelle Politik, bei sowie mehrere europäische Kulturminister, Abgeordnete des Europarlaments und Beamte der europäischen Behörden. In ihrer Laudatio zeichnete Catherine Trautmann Moritz de Hadelns Werdegang als Festivaldirektor nach, von den frühen Anfängen in der Schweiz bis zu seinen gegenwärtigen Verdiensten in Berlin, und betonte seinen außerordentlichen Einfluss bei der Entdeckung neuer Talente. Und fügte schließlich hinzu: "Obwohl Sie sich einen glanzvollen Ruf erworben haben, sind Sie bescheiden geblieben. Das gereicht Ihnen umso mehr zur Ehre."
In seinen Dankesworten an sie und das Forum des europäischen Films sagte de Hadeln: "Ich nehme diese europäische Ehrung mit großer Freude an; diese Freude ist umso größer, als man mir oft vorgeworfen hat, eine Vorliebe für den amerikanischen Film zu haben. Es stimmt, ich liebe das amerikanische Kino! Aber man sollte nicht vergessen,
daß Hollywood ohne den enormen Beitrag europäischer Talente nie zu dem geworden wäre, was es heute ist. Das europäische Kino sollte nicht als defensive Festung gebaut werden!" Zu einem anderen Thema, das ihm in seinen Bemühungen als Festivaldirektor am Herzen liegt, sagte er: "Ist irgend jemandem aufgefallen, daß der europäische Film in den letzten zehn Jahren ärmer geworden ist? Wo sind heute die Filme aus Rumänien, der Tschechischen Republik, Russland, Polen oder Ungarn, um nur einige zu nennen? Die europäischen Behörden und wir alle sollten mehr Anstrengungen unternehmen, um das Filmschaffen in
Mittel- und Osteuropa zu unterstützen, wo im Augenblick so viel Talent nahezu zur Untätigkeit gezwungen ist."

Im Rahmen dieser Verbeugung vor Moritz de Hadeln wurden auch sechs europäische Filme gezeigt, die in seinen 21 Jahren als Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurden: "Deprisa, Deprisa" (Los, Tempo!) von Carlos Saura (Spanien/1981), "Die Sehnsucht der Veronika Voss" von
Rainer-Werner Fassbinder (Deutschland/1982), "Tema" (Das Thema) von Gleb Panfilov (Rußland/1987), "Skivánci na nitich" (Lerchen am Faden) von Jiri Menzel (Tschechische Republik/1990), "In the Name of the Father" (Im Namen des Vaters) von Jim Sheridan (Irland/1994) and "L'Appât" (Der Lockvogel) von Bertrand Tavernier (Frankreich/1995).

Originaltext: Berlinale - INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE BERLIN

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